Süddalmatien, Inselhüpfen Teil III

Reise vom 1. bis 11. April 2010
(264 km / 4'913 hm / 18:39 Std.)

Do, 1. April 2010
(kein Radfahren)

Nach dem Mittagessen geht’s los. Wir fahren um ca. 14.00 Uhr ab Richtung Fürstentum Liechtenstein. Das Wetter kann uns nicht so richtig in Ferienstimmung bringen - kalt und nass. Nach dem Vorarlbergtunnel biegen wir rechts ab über den Brenner. Es wird noch schlimmer mit dem Wetter, bald sind wir froh noch die Winterreifen montiert zu haben. Ja wirklich, über den Brenner haben wir mit schneebedeckter Fahrbahn zu kämpfen - ausserdem wird es bereits dunkel. Im Pustertal gönnen wir uns dann ein feines Abendessen und übernachten dort in einem Hotel. Der Verkehr hält sich bis jetzt in Grenzen, und im Auto wird es auch nicht zu warm - ideal zum Fahren ;-)

Fr, 2. April 2010
(kein Radfahren)

Nach dem Frühstück fahren wir via Lienz (hier gibt es zum ersten und glücklicherweise auch gleich zum letzten Mal Stau) in Richtung Klagenfurt. Der Weg führt uns weiter durch den Karavankentunnel Richtung Ljubljana an Zagreb vorbei und quer durch Kroatien bis nach Trogir, wo wir ein Zimmer im Hotel Bavaria nehmen. Das Wetter wird immer besser - langsam kommt Freude auf!

 

Sa, 3. April 2010
(14.3 km / 240 hm / 1:06 Std.)

Hafenpromenade in Split
Um 11.00 Uhr finden wir uns im Hafen von Trogir zur Einschiffung auf der Kapetan Jure ein. Die Zufahrt zum Hafen mit dem Auto ist dieses Jahr nicht mehr möglich und macht den ganzen Gepäck- und Fahrradtransport nicht gerade einfacher. Zum Glück ist um diese Jahreszeit noch nicht ganz soviel los wie zur Hochsaison. Wir treffen auf die fast gleiche Crew wie letztes Jahr (Kapitän Ante, Kellner Nicola, Koch Vicko und die beiden Matrosen Miro und Mario). Bei der Einschiffung sind uns die beiden Reisebegleiter Teams (Bruno und Dejan für die Mountainbiker, Petra und Jure für die Trekkingbiker) behilflich. Gäste sind diesmal aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg bzw. den USA vertreten. Um 13.00 Uhr legen wir ab und schippern, während des ersten feinen Essens von Vicko, nach Split. Dort angekommen, kommt die erste kleine Tour auf den Marjan Hügel. Bei der Abfahrt vom Aussichtspunkt geht alles so schnell, dass wir den Anschluss verpassen und deshalb alleine nach Split radeln - den Weg kennen wir ja jetzt. Nach dem Abendessen besuchen wir Split bei Nacht und zu Fuss, bevor wir hier die erste Nacht an Bord verbringen.

 
Hafen von Puscica

So, 4. April 2010
(43.5 km / 801 hm / 2:52 Std.)

Während des ersten Frühstücks an Bord machen wir die Überfahrt nach Omis. Hier befinden wir uns immer noch auf dem Festland - heute steht die Tour ins Hinterland durchs Cetina Tal an - oder alternativ River Rafting auf der Cetina. Da wir aber allesamt Biker sind bevorzugen wir die trockene Variante. Die Temperatur von 22° C ist super zum Biken. Der erste Teil der Strecke führt über eine asphaltierte Strasse mit einigen Steigungen via Kucice zur Brücke nach Slime. Hier trennen sich die Mountainbiker von den "Trekkern" und fahren einen ersten Schotterweg bis nach Podgrade. Von da gehts wieder weiter auf dem Asphalt bis zum Kaffeehalt in Kostanje. Die Kirche ist schon lange aus - Strom haben wir auch, und somit steht unserem wohlverdienten Kaffee mit Sitzgelegenheit nichts mehr im Wege. Gestärkt erklimmen wir die letzten Steigungen über Schotter und Asphalt nach Gata hoch und geniessen den Ausblick über das Cetina Tal und den Hafen von Omis. Den ersten Ausflug beendet die steile und kurvenreiche Abfahrt nach Omis. Während des Abendessens setzen wir nach Puscica (auf der Insel Brac) über, wo wir auch übernachten.

 
Weisser Marmor von Puscica

Mo, 5. April 2010
(17.9 km / 234 hm / 1:16 Std.)

Wegen schlechten Wetters wird die Tour auf Brac mit der berühmten Abfahrt nach Bol abgesagt. Während ein paar Unverdrossene doch eine kleine Tour mit dem Rad unternehmen, bleiben Alex und ich in Puscica und erkunden das kleine Städtchen zu Fuss. Dies gibt uns einen Eindruck, wie das Leben hier so ohne Touristen stattfindet. Wir geniessen die leeren Strassen und Plätze sowie die Ruhe und Beschaulichkeit des Dorfes. Kurz vor dem Mittagessen legen wir mit der Kapetan Jure wieder ab und fahren direkt nach Korcula (auf der Insel Korcula). Die Überfahrt dauert mehr als 5 Stunden, und wir erleben ein heftiges Gewitter mit starken Hagelschauern. Die Entscheidung von Ante, Brac auszulassen und direkten Kurs auf Korcula zu nehmen, hat sich als richtig erwiesen. Im Hafen von Korcula liegt das brandneue und grosse Segelschulschiff mit einer komplett unfähigen Mannschaft an Bord und verhindert ein Anlegen unsererseits. Ante muss auf einen kleineren und ruhigeren Hafen ausweichen. Von hier aus machen wir noch eine kleine Radtour nach Korcula und zurück. Nach dem Abendessen verlässt die Kapetan Jure den kleinen Hafen und legt für die Nacht in einer windgeschützten Werft an, da für die Nacht erneut starke Böen angesagt wurden.

 

Di, 6. April 2010
(28.6 km / 608 hm / 2:10 Std.) Vormittag
(24.2 km / 524 hm / 1:48 Std.) Nachmittag

Aussicht über Mljet Das schöne Wetter ist zurück! Während des Frühstücks machen wir die kurze Überfahrt nach Pomena (auf der Insel Mljet). Endlich können wir wieder auf die Räder steigen. Die Rundtour führt in der ersten Hälfte via Polace über Asphaltstrassen rund um den Hügel Fontana (immer ondulierend rauf und runter ;-). Der Rückweg führt dann über einen schottrigen Höhenweg mit toller Aussicht über Mljet und den Nationalpark zurück nach Pomena, wo uns das Mittagessen bereits erwartet. Eine kurze Überfahrt bringt uns nach Trstenik (auf der Halbinsel Peljesac).

Von Trstenik zur Weinverköstigung fahren wir gemeinsam mit den Trekkingbikern über den steilen Weg durch die Rebberge via Dingac nach Potomje. Während der Degustation sitzen Alex und ich in der warmen Sonne vor dem Weingut auf einer gemütlichen Holzbank. Von Potomje geniessen wir die Abfahrt über steile Schotterwege nach Orebic und die herrliche Aussicht auf das Meer und die umliegenden Inseln. Anschliessend setzen wir wieder nach Korcula über und können nun dort im Hafen anlegen, da das Schulschiff inzwischen weg ist. Abends machen wir noch einen Spaziergang durch das schöne und geschichtsträchtige Korcula (Heimatstadt von Marco Polo).
Ausschiffung im Hafen von Trstenik

 

Mi, 7. April
(66.3 km / 1123 hm / 4:16 Std.)

Heute steht die Königsetappe auf dem Programm: Überquerung von Korcula nach Vela Luka. Der erste Teil der Strecke führt über Asphaltstrassen und herrliche Schotterwege hinauf nach Pupnat. Auf wenig befahrenen Nebenstrassen geniessen wir die Aussicht über die Adria und das milde sonnige Wetter. Gemütlich geht es via Cara weiter über Schotterwege und Nebenstrassen mit anschliessender Abfahrt nach Brna, wo wir uns über die Lunchpakete hermachen. Nach dem Essen gibt es eine kleine Ruhepause - an der sonnigen aber windigen Küste - bevor wir uns dem Meer entlang wieder auf den Weg begeben. Nach Grscica fahren wir erneut über ondulierende Schotterwege bis nach Poplat, dem äussersten Zipfel der Insel. Nach der langen Etappe hat ausser Martin keiner so recht Lust (und schon überhaupt keine Körner mehr...) über den Hügel nach Vela Luka zu fahren. Alle Anderen fahren um den Hügel herum - und äh... flach war wohl nix, es geht die letzten 5 km noch einmal kräftig rauf und runter, rauf und runter ... bis endlich in der Ferne die Kapetan Jure im Hafen von Vela Luka auftaucht. Nach dem Abendessen sind wir auch entsprechend müde, spazieren deshalb nur kurz auf einen Kaffee ins Städtchen und kehren bald zurück in unsere Kojen.
MTB Gruppe

 
Aussicht auf Hvar und die Inseln davor

Do, 8. April 2010
(27.5 km / 709 hm / 2:24 Std.) Vormittag
(25.0 km / 269 hm / 1:23 Std.) Nachmittag

Während des Frühstücks setzen wir rüber nach Hvar (auf der gleichnamigen Insel Hvar). Im Hafen angekommen haben wir eine Stunde Zeit, um das Städtchen zu besichtigen. Hier liegen auch die teuren Yachten - Hvar ist das St. Tropez von Kroatien - auch hier gilt: sehen und gesehen werden! Bald brechen wir zur Tour über die Insel nach Stari Grad auf. Die - auch für uns alte Inselhüpfer - neue Strecke, meist über Schotterwege, gefällt uns ausgezeichnet. Die Kaffeemaschine beim Stopp auf der Passhöhe ist immer noch defekt und der Service lausig (wie letztes Jahr)! Der lange und steile Downhill nach Stari Grad ist eine echte Herausforderung - mir persönlich gefallen eher rasante Abfahrten auf dem Asphalt, anstatt der Dauerkrampf in den Fingern vom Bremsen über die "Metoriten" auf dem Weg. Die Kapetan Jure ist in Stari Grad bereits vor Anker gegangen, und dem Mittagessen steht nichts mehr im Wege.

Den Nachtisch müssen wir uns aber erst verdienen. Die Tour nach Jelsa führt uns via Vrbanj und Svirce, vorbei an der Dorfkirche auf dem Hügel, zur Eisdiele - immer noch die beste in ganz Kroatien. Aber an den Familien-Eisbecher wagt sich doch niemand ran, der sieht schon auf der Karte riesig aus. Die Rückfahrt - alles topfeben - geht in rasantem Tempo der untergehenden Sonne entgegen. Die Nacht verbringen wir in Stari Grad. Da saisonbedingt noch nicht so viel los ist, sind auch hier noch keine Partyboote in Sicht, und wir können die Ruhe und Stille geniessen.

 
allerletzte Steigung auf Solta

Fr, 9. April 2010
(17.3 km / 405 hm / 1:24 Std.)

Am Morgen legt Ante mit der Kapetan Jure wieder einmal vor dem Frühstück ab. Die startenden Motoren umn 07.00 h ersetzen den Wecker. Wir frühstücken auf der Überfahrt nach Stomorska (auf der Insel Solta), wo wir unsere letzte Tour dieser Reise machen werden. Eine gemütliche Tour, längs über die ganze Insel, meist auf Schotterwegen und nur mit wenigen Höhenmetern. In Maslinica angekommen, werden wir doch etwas traurig, dass die wunderschöne Reise schon wieder zu Ende geht. Hier werden noch die Gruppenfotos geschossen, bevor wir die letzte Überfahrt zurück nach Trogir in Angriff nehmen. Abends steht das legendäre Käptn's Dinner an.

 
Wasserfälle im Krka NP

Sa, 10. April 2010
(kein Radfahren)

Nach dem Frühstück schiffen wir aus und verabschieden uns von den anderen Inselhüpferinnen und Inselhüpfern und natürlich von der Kapetan Jure mit ihrer Crew. Wehmut kommt auf. Vielleicht kommen wir nächstes Jahr doch wieder - Inselhüpfen macht süchtig. Auf der Rückreise machen wir einen kurzen Halt im malerischen Primosten, wo wir Kaffee trinken, einen Spaziergang unternehmen und die Sonne nochmal so richtig geniessen. In Sibenik besuchen wir die Wasser Fälle des Krka National Parks und fahren anschliessend heimwärts - irgendwo in Slowenien übernachten wir (ist schon zu dunkel, um zu wissen, wo wir sind ;-).

 
 

So, 11. April 2010
(kein Radfahren)

Da das Wetter wieder schlechter wird, verabschieden wir uns vom herrlichen Meer in Süddalmatien und fahren in Richtung Norden. Diesmal führt uns der Weg über Trieste und Milano ins Tessin, wo wir ein letztes Mal übernachten. Ohne nennenswerten Stau und vorallem unfallfrei erreichen wir am nächsten Tag unser schönes Heim in Affoltern am Albis.


Teilnehmende gemäss Adressliste

Simone und Reinhard Mock
Margrit und Franz Berger
Christa Flierl
Martin und Pascal Jäggi
Veronika und Frantisek Kinces
Doris Cremer
Heike Ohrt
Doris und Hartmut Arnold
Alex und Rolf Schwab
Uschi und Jörg Völlmers
Michelle und Tom Bruno

Reiseleiter

Petra Vrtodusic
Jure Skiljic
Bruno Martinovic
Dejan Vidovic

Alex ... in Action
© 2010, R.Schwab